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Betrachtungen zum Homeschooling
verfasst von der Grundschullehrerin einer lustigen Rasselbande von 20 aufgeweckten, mittlerweile Drittklässlern…

Homeschooling - Déjà-vu ...

… Homeschooling ist noch immer, laut Wikipedia, Hausunterricht (auch häuslicher Unterricht, Heimunterricht oder Domizilunterricht) und eine Form der Bildung und Erziehung, bei der die Kinder zu Hause oder an anderen Orten, außerhalb einer Schule, von den Eltern oder von Privatlehrern unterrichtet werden.


Keine fiktive Meldung vom 10.12.2020  *1

H a r t e r  L o c k d o w n  f ü r  S c h u l e  u n d  K i t a  b e s c h l o s s e n


Schulen, Schulinternate und Einrichtungen der Kindertagesbetreuung bleiben bis einschließlich zum 8. Januar 2021 geschlossen. In der Woche vor und nach den Weihnachtsferien (14. bis 18. Dezember 2020 sowie 4. bis 8. Januar 2021) befinden sich die Schülerinnen und Schüler in häuslicher Lernzeit. Die Schulbesuchspflicht wird für diese Zeit aufgehoben. Für Schülerinnen und Schüler der Primarstufe (Grundschule und Förderschule Klassenstufe 1 – 4) sowie für Kita- und Hortkinder wird eine Notbetreuung angeboten. Das sieht die neue Corona-Schutzverordnung vor, die heute vom Kabinett beschlossen wurde.



Nur nicht wieder Schulschließungen … das war im November/Dezember die große Angst in Deutschland, besonders in Sachsen, und in Bräunsdorf somit natürlich auch.
So lange mussten meine Dreier und ich dann aber gar nicht warten, denn es kam auch ohne Schulschließung zum Homeschooling Teil 2. Aufgrund der damaligen Umstände war es nämlich notwendig, die Kinder der Klasse 3 schon vorzeitig, sprich am 03.12.2020, in häusliche Quarantäne zu schicken.  
Wenn man nun bis dahin noch dachte, dass das Virus langsam auf uns zukommt, war daraus von einer Sekunde auf die andere an einem Mittwochabend um halb 9, ein Hochgeschwindigkeitszug geworden. Jetzt ist es also auch bei uns. Hmmm ...
Von einem Moment zum anderen sprang der Projektor in meinem Oberstübchen an:

:: Déjà-vu

  • Rückenschmerzen von Dauersitzungen am PC
  • Schlafmangel aufgrund der Dauerschleife von Aufgabenverteilung und Aufgabenkontrolle im Kopf
  • Explosionsgefahr wegen des permanenten * Bing * Bing * Bing * Bing der beiden Handys und gleichzeitiges Nachfragen des Ehemannes, wann er sich mit mir denn mal wieder zu einem Spaziergang  „verabreden“ darf
  • das unweigerlich daraus folgende, laut anklopfende, schlechte Gewissen und das sich überall herumtummelnde Gefühl des „Irgendetwasfalschmachens“…

HILFE!!! NEIN!!! ICH WILL DAS NICHT!!!
 

Aber halt, da war doch noch etwas anderes…

  • lustige Bilder von sich sportlich betätigenden Kids vorm Laptop und dem auf dem Wohnzimmerboden schwimmenden Mädchen
  • die lustigen Geschichten so „nebenbei“
  • die jeden Tag so fleißig erledigten, abfotografierten und weggeschickten Aufgaben
  • die Hilferufe, wenn etwas nicht klappen will, und man ganz schnell helfen kann
  • also der ganz „normale Homeschooling-Wahnsinn“ sozusagen.

Hmmmm….?

Eine Zwickmühle? Soll ich das nun gut finden, oder eher nicht?  
Aber eigentlich war das gar keine Frage, die im Raum stand, denn was sollte ich denn machen? Es gab keine Alternative! Also in die Hände gespuckt und los geht’s. Wir haben doch schon bewiesen, wie toll wir das meistern können. Profis sind wir!  Was soll da schon schief gehen?

Tschakka!

Und heute, am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien, was soll ich sagen? Alles ist gut! Natürlich war nicht gleich alles gut. Aber wir haben uns alle gemeinsam schnell wieder „eingefitzt“, und ich habe den Eindruck, dass auch die Kinder diesmal von Beginn an etwas entspannter waren. Schließlich wussten auch sie, was da auf uns zukommt. Nach dem Motto: „Übung macht den Meister“ sind wir nun wieder Meister, und werden das im Januar, egal wie lange es dauern wird, auch weiter sein.
Da bin ich mir ganz sicher.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Eltern auch wieder in einzigartiger Weise mitziehen…

  • da versuchen sich Opas an den kniffligen Sudokus, die täglich im Aufgabenordner stehen
  • Muttis machen auch gleich mal die PC-Aufgabe mit
  • ein Elternteil transferiert den im Kunstunterricht entworfenen Pulli vom Papier aufs Kind
  • Videos von seilspringenden Kindern, ohrenwackelnden Einhörnern und leckeren, selbstgebackenen  Plätzchen machen die Runde
  • die aufgenommenen Vorlesevideos zur täglichen Begrüßung als Highlight des Tages und, und, und….

D a n k e s c h ö n


Danke an alle, die dafür gesorgt haben, dass wir das, was wir nun mal nicht ändern können, wieder so toll gemeistert haben. Denn, wir haben in diesen 2 ½ Wochen auch jede Menge gelernt, und das ist das Ziel.

Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Satz mal sage/schreibe, aber:


Ich freue mich auf das Homeschooling im Januar,
hoffe aber trotzdem, dass es nicht zu lange dauert.


Ein gesunder Kompromiss, finde ich.


 

Frohe Weihnachten wünscht

 

Grundschullehrerin einer lustigen
Rasselbande von 20 aufgeweckten Drittklässlern

*1 Quelle: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/244085

 

 

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